Menschenmüdigkeit, ein interessanter Gefühlszustand
16. Jul 2008 von Sebastian
Claudia hat in ihrem digital diary http://www.claudia-klinger.de über den Begriff Menschenmüdigkeit geschrieben. Ein Begriff, den ich bisher nicht kannte, der aber nur all zu oft auf meinen Gemütszustand zutrifft.
Dieses Gefühl der Distanz und des Desinteresse anderen Menschen gegenüber erkenne ich oft im Alltag. Dann geht es um Alltagsgespräche, oder Streitigkeiten. Wenn sich zwei Menschen über die gestiegenden Benzinpreise aufregen, oder sich darüber beschweren, sie könnten sich dies und jenes nicht mehr leisten. Oder wenn es um Freunde geht, die dies oder jenes falsch gemacht haben. Die Sturheit, weil viele ihre Differenzen nicht aussprechen wollen, oder was der nachbar nun schonwieder im Garten getrieben hat. Das rumgejammere wenn es um so unwichtige Dinge geht. Ich höre dann meist passiv zu, und frage mich wie die Menschen sich mit so unwichtigen Dingen beschäftigen können, während anderso Menschen verhungern – Kriege angefangen werden – Menschen belogen werden. Ich mag es in diesen Momenten nicht, in Gesellschaft eben jeder zu sein.
Dabei ist das kein genereller Vorwurf von mir. Das Leben besteht wohl aus mehr, als sich nur Gedanken über die wichtigen Dinge zu machen. Wie Claudia in ihrem Beitrag geschrieben hat, ist diese Menschenmüdigkeit ein Gefühl, eine Stimmung, und sie tauch nur ab und an auf, und verschwindet irgendwann wieder.










Ich hatte vor einiger Zeit ein solches Erlebnis, als in der Bahn abends eine Person ohne Fahrschein erwischt wurde. Die minutenlange Diskussion die sich anschloß war einfach nur peinlich und es war erstaunlich, dass sich plötzlich fremde Leute empört haben und anfingen auf den (armen) Kontrolluer verbal einzuprügeln.
Es war mir unverstänlich wie erwachsene, intelligente Leute ihre Zeit mit einer solchen Sache vergeuden könne, wenn dich schon jedes Kind weiß: “Ohne Fahrschein zahle ich 40 Euro.”
Bei sowas gibt es auf einmal Zivilcourage, zumindest etwas ähnliches. Wenn jmd auf der Strasse zusammen bricht, schaut aber jeder weg.