Depleted Uranium, abgereichertes Uran als verherende Waffe
19. Feb 2008 von Sebastian
In einem meiner Lieblingsblogs (http://politblog.net) las ich heute einen Artikel über ein sehr interessantes Thema.
Unter dem Titel “Depleted Uranium – mehr Todesopfer als in Hiroshima und Nagasaki?”[9] wurde über die verherenden Folgen des Einsatzes von DU (Depleted Uranium – abgereichertes Uran – Wird in Munition verwendet, die besonder hart sein soll; Panzerbrechend) berichtet. Der originale Artikel stammt von Sherwood Ross, welcher sich vor allem auf Leuren Moret beruft, eine amerikanische Geologin und Expertin für radioaktive Strahlung[5]. Demnach sind die Raten von Leukemie, Krebs, sowie Geburtsschäden im Irak seit dem ersten Golfkrieg kräftig gestiegen[4]. Aber nicht nur der Iraq sei betroffen, auch die Türkei, Ägypten. Saudi-Arabien, Pakistan und weitere angrenzende Staaten.
Der Begriff DU war mir bis dahin nicht geläufig, und der Artikel ließ vermuten, dass es sich hierbei um ein ernst zu nehmendes Problem handeln könnte. Neugierig wie ich bin, hab ich mich dann sofort an die Recherche gemacht. Tatsächlich geht von DU eine Gefahr aus. Ist die Munition intakt, sendet sie kaum Strahlung aus. Wenn sie jedoch abgefeuert wird, und auf das Ziel trifft, wird ein Aerosol frei, und das Uran gelangt in die Luft und in den Staub der Gegend. Das Uran hat dabei zwei verschiedene Wirkungen. Zum Einen ist es als Schwermetall toxisch und greift vor allem Nieren an, zum Anderen gibt es die radioaktive Strahlung, welche besonders gefährlich ist, da sich bis zu 5% des eingeatmetem Urans im Körper ablagern kann, wo es dann Knochen, Lungen und andere Organe angreift und für Leukemie, Krebs und Geburtsfehlern sorgen kann.
Eingesetzt wird DU von viele Staaten (USA, Russland, Großbritannien, CHina, Israel, Südkorea, Japan etc.) schon seit Mitte der 1970er. Alleine im 2. Golfkrieg wurden rund 150t verschossen. Im Jahre 1996 verabschiedete die UN eine Resolution, in der DU als Massenvernichtungswaffe/oder Waffe mit unüberlegtem Effekt bennannt und verachtet[7]. Interessant ist hierbei auch, dass Staaten wie die USA wehement gegen die Thematisierung von vermeindlichen Problemen mit DU wehren. Ein Blick in das Thema Golfkriehssyndrom könnte hierbei recht interessant sein[8]. Tatsächlich jedoch gibt es verschiedene Studien, welche die Gefahr von DU für die zivile Bevölkerung als sehr niedrig ansehen. Kritische Stimmen geben zu denken, dass die Studien zum Teil nicht unabhängig sind. Auch die vielen Artikel und Berichte von vor allem Iraqischen Ärzten, über die steigenden Leukemie- , Krebs- und Geburtsstörungsfehler kann man nicht außer acht lassen. Es ist jedoch nicht restlos geklärt, welche wirkungen DU hat.
Ich für meinen Teil finde es verantwortungslos, dass man Waffen einsetzt die das Schlachtfeld für lange Zeit (Halbwertszeit für Uran liegt bei 4468 Milliarden Jahren) konterminieren. Auch wenn es noch umstritten ist wie groß die Auswirkungen von DU sind, kann man kaum abstreiten, dass Auswirkungen vorhanden sind. Das sollte reichen um sich nach anderen Waffen umzuschauen.
Ich möchte jedoch jeden ermutigen, sich selbst über das Thema zu informieren. Es ist schwer eine klare Position zu beziehen, da konkrete Informationen und Fakten nicht ausreichend vorhanden sind.
Sebastian
[1] – http://www.labor-spiez.ch/de/dok/hi/dedokhidu.htm
[2] – http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/DU-Geschosse/Welcome.html
[3] – http://www.uranmunition.de
[4] – http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Irak/irin.html
[5] – http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=4273&lg=de
[6] – http://www.ippnw.de/stepone/data/downloads/11/00/00/Vortrag%20Angelika%20Claussen.pdf
[7] – http://prop1.org/2000/du/resource/000310un.htm









